Altes Reglement für Flyball
nach ÖKV mit Stand vom Januar 2001
1.) Einführung
2.) Entstehung
3.) Regeln
4.) Vorläufe
5.) Ablauf und Richten des Wettbewerbes
6.) Richtverfahren
7.) Übertretungen und Richterentscheide
7a) Start-Zielprobleme
7b) Bahnprobleme
7c) Box - Probleme
8.) Allgemeines
9.) Trainingstips
10.) Masse
10. a) Abstände
10. b) Hürden : Masse & Typ
10. c) Flyball-Box : Masse & Typ
11. Anhang / ErläuterungenFlyball ist ein Mannschaftssport mit je 4 Teams ( Hund + Hundeführer). Es treten immer 2 Mannschaften zu einem Parallel-Rennen gegeneinander an. Jeder Hund muss ohne Hilfe des Hundeführers, auf ein Startzeichen vier hintereinander folgende Hürden überspringen, das Pedal an der Flyballbox betätigen, den herausgeworfenen Ball fangen und mit dem Ball im Fang über die selben 4 Hürden zurück zu der Start-/ Ziel-Linie rennen. Sobald ein Hund die Start-/ Ziel-Linie überquert, läuft der nächste Hund seiner Mannschaft los. Dies wiederholt sich so lange, bis die 4 Hunde je Mannschaft den Parcours fehlerfrei abgearbeitet haben.
Flyball ist eine triebstimulierende, spielerische Erziehung, die grossen Gehorsam und Konzentration verlangt. Enorm wichtig ist der Bezug vom Hund zu seinem Führer. Vom Vierbeiner wird Nervenstärke, Selbstsicherheit, innere Aktivität und soziales Verhalten gefordert. - Flyball ist die Möglichkeit den Hund spielerisch frei zu machen; der gesunde, aktive Hund wird hier seine volle Lebensfreude zum Ausdruck bringen.
Misshandlungen oder schwere Bestrafung eines Hundes werden mit Ausschluss geahndet. Teilnehmer müssen das Reglement kennen, verstehen und einhalten.
Das erste Flyballturnier fand 1983 in Kalifornien statt . Flyball wurde vom Britischen Kennel Club Mitte 1990 als neue Sportart anerkannt.
Das ÖKV-Reglement entstand in Anlehnung an die Wettkampfbestimmungen der NAFA (North American Flyball Association Inc.), wurde jedoch im ursprünglichen Sinne der Sportart, zur Förderung der Rassenvielfalt und zum Schutz der Hunde (Sehnen und Gelenke) entsprechend angepasst. So beschränkt es sich auf eine einzige offene Klasse (Regular class) in der alle Hunde jeglicher Rasse und Mischung zugelassen sind.
Ausserdem muss die Flyballbox zwischen Pedal (Pedalhinterkannte) und dem Punkt, wo der Ball abfliegt, einen Minimalabstand aufweisen (siehe 3.12 und Skizze 12.). Dies soll bewirken, dass der Ball wirklich fliegen kann und der Hund einen fliegenden Ball (flying ball) fangen muss, was dem Ursprung des Flyball als outdoor Sport entspricht. (Erläuterungen dazu siehe Anhang)
Ausnahmen :
Ausnahmen können vom ÖKV für Bewerbe mit internationalem Vergleich zugelassen werden, müssen dementsprechend vom Veranstalter ausgeschrieben und dem ÖKV (Leistungsreferat) gemeldet werden.3. 1) Zwei Mannschaften mit je vier Hunden (plus maximal zwei Reservehunde) starten gleichzeitig auf zwei parallel aufgebauten, in der Mitte optisch getrennten, Parcours. Die Läufe basieren auf dem "Knock-out-Prinzip". Es erfolgen drei Durchgänge bei denen jene Mannschaft gewinnt, welche die schnellsten Teams stellte und dadurch in die nächste Runde aufsteigt.
3. 2) Jeder Hund muss vier Hürden korrekt überspringen, den Mechanismus an der Box auslösen, den Ball fangen und den Ball im Fang tragend über die Hürden zurückkehren. Erst wenn der erste Hund die Start-Ziel-Linie durchlaufen hat, darf der zweite Hund starten (und so weiter). Ein Früh- oder Fehlstart wird vom Linienrichter angezeigt und dieser Hund muss, nachdem die übrigen Mannschaftsmitglieder gelaufen sind, als letzter des Teams laufen.
3. 3) Wenn ein Hund nicht alle Hürden überspringt, die Box nicht auslöst, nicht mit dem Ball im Fang zurückkehrt oder nach Meinung des Richters gestartet ist, bevor der vorhergehende Hund die Start-Ziel-Linie überschritten hat, muss der Hund sich hinten anstellen und nochmals laufen. Übertritt der Hundeführer während des Rennens die Start-Ziel-Linie (erlaubt ist dies nur, um umgefallene Hürden aufzustellen oder einen verlorenen Ball zurückzubringen), so muss der Hund seinen Durchgang als letzter Starter wiederholen.
3. 4) Sollte der Ball, während der Hund versucht ihn zu fangen, wieder in die Schale zurückfallen, so darf der Boxlader die Box wieder in den Zustand versetzen, dass der Hund den Mechanismus noch einmal auslösen kann. Dies ist der einzige Fall, in dem der Boxlader signalisieren darf, das Pedal zu drücken.
3. 5) Ein Hund, der während seines Laufes eine Hürde umstösst, wird nicht bestraft, sondern die folgenden Hunde müssen die Hürde überspringen, als ob sie stehen würde. Ein Läufer oder Führer darf die Hürde wieder aufstellen, darf den Hund jedoch in keiner Weise behindern oder führen.
3. 6) Nichtfunktionieren der Box: Der Boxlader muss dem Boxrichter anzeigen, wenn die Box nicht funktioniert. Der Staffellauf wird sodann unterbrochen. Der Richter untersucht die Box und wenn er zur Ansicht gelangt, dass die Box nicht funktioniert hat, muss der Staffellauf wiederholt werden. Sollte die Box jedoch funktioniert haben, so ist der Lauf für dieses Team verloren. Wenn keine Ersatzbox zur Verfügung steht und die defekte Box nicht in kurzer Zeit repariert werden kann, ist der Lauf ebenfalls verloren. Wenn die Box noch einmal im selben Lauf, oder auch die Ersatzbox nicht funktioniert, so ist dieser Lauf sowie alle noch verbleibenden Läufe im gleichen Wettbewerb verloren.
3. 7) Die Staffel besteht aus vier, maximal sechs Hunden samt Hundeführern und einem Boxlader. Eine oder zwei zusätzliche Hilfspersonen wären ideal um Bälle einzusammeln, umgefallene Hürden wieder aufzustellen oder sonst dem Team behilflich zu sein, vorausgesetzt, sie stören weder die Richter noch das gegnerische Team.
3. 8) Jede Staffel muss pro Rennen vier laufende Hunde samt Hundeführer und höchstens zwei Reservehunde haben, die sich einsatzbereit in der Nähe aufhalten. Die "Reserve" kann aus taktischen und aus verletzungsbedingten Gründen als letzter Starter eines Durchgangs eingesetzt werden. Bei mehrtägigen Bewerben müssen dieselben Hunde eingesetzt werden. Jeder Hund des Teams muss vor dem Wettbewerb bekannt gegeben werden, wenn der Lauf begonnen hat, können die Hunde nicht mehr ausgetauscht werden.
3. 9) Alle am Wettkampf beteiligten Mannschaften müssen vor Beginn des ersten Durchganges feststehen und angemeldet werden. Wenn von einem Klub mehrere Mannschaften antreten, ist, sobald die Namen eingereicht sind, ein Wechsel der Hunde von einer Mannschaft zur anderen nicht mehr erlaubt. Die Namen des Teams, des Teamkapitäns, der Hundeführer, der Hunde, der Boxlader sowie die Sprunghöhe sind vorher genauest anzugeben.
3. 10) Jede Mannschaft sollte ihre eigene Flyballbox bereitstellen und eine Ersatzbox zur Verfügung haben, ansonsten kann sie das Rennen verlieren.
3. 11) Bei Meldung von mehreren Teams desselben Klubs dürfen keine Hunde getauscht werden. Je Bewerb kann ein Hund nur in einem Team starten. 3. 12) Alle Flyballboxen müssen mit einem nicht elektrischen Mechanismus, der durch ein Pedal auszulösen ist, ausgestattet sein und folgende Masse nicht überschreiten : Länge 100 cm, Breite 60 cm Höhe 50 cm. Ferner muss die Box zwischen Pedalhinterkannte und dem Punkt, wo der Ball abfliegt, einen Minimalabstand von 20 cm aufweisen. (Siehe Skizze unter 12.)
Ausnahmen können lediglich für Bewerbe mit internationalem Vergleich zugelassen werden und müssen dementsprechend ausgeschrieben sein (siehe 2.).3. 13) Ein von der Box ausgelöster Ball muss einen freien, ungehinderter Flug von 60 cm in Richtung Start-Ziel-Linie haben.
3. 14) Flyballboxen dürfen je nach Wunsch frei dekoriert sein.
3. 15) Jede Mannschaft muss ihre eigenen Bälle bereitstellen. In der Regel sind es Tennisbälle jeglicher Färbung. Für Hunde mit kleinem, kurzem Fang sind kleinere Bälle zugelassen. Alle Bälle müssen ein ähnliches Hüpf - und Rollverhalten zeigen wie Tennisbälle ohne Leck.
3. 16) Der Bodenbelag soll rutschfest sein, Teppiche mit einer Breite von 1,35 m pro Bahn können aufgelegt werden.
3. 17) Der Veranstalter hat zwei Sätze an Hürden bereitzustellen. Die Mannschaften sind gebeten zu helfen, indem sie dem Veranstalter Material zur Verfügung stellen. Kooperationsbereitschaft ist erwünscht!!
3. 18) Der Veranstalter stellt Barrieren ( min. 60 cm hoch ) hinter den Boxen am Ende der Läufe auf, um zu verhindern, dass Bälle zu weit rollen. Diese Barrieren sind so aufzustellen, dass weder Richter noch Publikum in der Sicht beeinträchtigt werden.
3. 19) Die Paneele der Sprunghürden müssen vorwiegend weiss sein und eine innere Breite von 60 cm aufweisen. Beschriftungen und Logos sind gestattet. Die Aussenpfosten können beliebig gestrichen sein und deren Höhe hat mindestens 60 cm, höchsten aber 90 cm zu betragen.(Siehe Skizze unter 11.)
3. 20) Die Sprunghöhe muss 10 cm tiefer liegen als die Widerristhöhe des kleinsten Hundes der Mannschaft; sie beträgt jedoch mindestens 20 cm, höchstens aber 40 cm. Die Hürden, die der Hund zu überspringen hat, müssen so konstruiert sein, dass sie nicht abgeworfen werden können.
3. 21) Die Sprunghöhe muss stufenlos oder in Abstufungen von 2,5 cm verstellbar sein.
3. 22) Beim Einstellen der Höhe des Hindernisses wird abgerundet. Das bedeutet, wenn die errechnete Höhe z.B. 31,5 cm betragen würde, auf 30 cm abzurunden ist und so die Hürdenhöhe festgelegt wird.
3. 23) Der Abstand von der Start-Ziel-Linie bis zur ersten Hürde hat 2 m zu betragen, der Abstand zwischen den insgesamt vier Hürden 3 m und der Abstand von der letzten Hürde bis zur Box 5 m.
3. 24) Der Seitenabstand zwischen den Bahnen hat mindestens 3 m, höchstens aber 6 m zu betragen. Die Platzgrösse sollte 27 m x 9 m nicht unterschreiten.
3. 25) Hinter der Start-Ziel-Linie sollten ungefähr 6 m Freiraum als Auslauf für den sich im Rennen befindlichen, sowie auch als Warteplatz für den danach startenden Hund, zur Verfügung stehen.
3. 26) Jede Bahn sollte eine Breite von 1,35 m aufweisen.
3. 27) Der Hauptrichter steht auf der Start-Ziel-Linie und trägt die gesamte Verantwortung für den Wettbewerb, kontrolliert auch den Start und das Ziel. Zwei Box- und Linien-Richter befinden sich hinter den Flyball-Boxen um, sicherzustellen, dass sämtliche Regeln befolgt werden und um dem Hauptrichter Fehler und sich daraus ergebende Strafdurchgänge anzuzeigen. Um dem Hauptrichter eine Laufwiederholung zu verdeutlichen, benutzen die Box- und Linienrichter Fähnchen in den vorgeschriebenen Farben.
3. 28) Gewinner des Rennens ist jene Mannschaft, deren vierter Hund (oder bei eventueller Laufwiederholung der letzte Hund ) zuerst mit irgend einem Teil seines Körpers die Ziellinie überquert. Ein Turnier kann jedoch auch aufgrund eines Fehlers des gegnerischen Teams, je nach den Regeln des Rennens, gewonnen werden.
3. 29) Stört ein Hund oder ein anderes Mannschaftsmitglied in irgend einer Weise den Rennverlauf des gegnerischen Teams, so wird diese Mannschaft disqualifiziert. Ein Hund, der seinem verlorengegangenen Ball nachjagt. wird nicht unbedingt als Störung angesehen. Bei der ersten Übertretung wird eine Verwarnung ausgesprochen, bei der zweiten Übertretung wird der Lauf ungültig.
3. 30) Der Boxlader hat immer ruhig hinter der Box zu stehen, ausgenommen während der Vorläufe oder wenn er lose oder neue Bälle zum Laden holt. Er darf dem Hund verbale Aufmunterungen geben, sofern dies das Gegenteam nicht ablenkt. Der Boxlader muss solange hinter seiner Box bleiben, bis der Hauptrichter das Ergebnis des Staffellaufes bekanntgegeben hat. Verstösst der Boxlader nach Meinung des Richters nach einer dieser Regeln, so verwirkt sein Team den Staffellauf. Wenn der Boxlader einem Hund hilft, so muss dieser Hund noch einmal laufen.
3. 31) Die Flyball-Regeln erlauben es Hunden jeder Grösse in gemischten Mannschaften mitzukämpfen. Wettbewerbe, die ausschliesslich durch die Hundegrösse bestimmt werden, sind nicht statthaft.
3. 32) Die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt beliebig (z.B.: nach Klubs, Rassen, etc.) und muß vom Veranstalter ausgeschrieben bzw veröffentlicht und dem ÖKV (Leistungsreferat) gemeldet werden.
3. 33) Voraussetzungen für die Teilnahme an Bewerben sind:
a) ein Mindestalter des Hundes von 14 Monaten
b) die Mitgliedschaft bei einem dem ÖKV bzw. der FCI angeschlossenen Verein oder Verband
c) das Tragen eines Halsbandes oder Brustgeschirres, das vom Führer dazu benutzt werden kann, den Hund, während der Wartezeit vor dem Start, zurückzuhalten. Der Hund sollte nicht am Genick oder einem anderen Körperteil festgehalten werden. Ausser dem vorbenannten darf der Hund nichts tragen, auch keine Bandagen.
d) Läufige und verletzte, sowie offensichtlich kranke Hunde sind von der Teilnahme ausgeschlossen.3. 34) Wenn ein Hund während des Turniers gegenüber anderen Hunden oder Hundeführern unangebrachte Aggressionen zeigt, so kann der Richter diesen von der Teilnahme an dem Bewerb ausschliessen und ein Reservehund kann an dessen Stelle zum Einsatz kommen. Es ist dem Richter überlassen, ab welchem Grad von Aggression er den Hund ausschliesst. Jeder ausgeschlossene Hund ist dem Vorstand des ÖKV (Leistungsreferat) zu melden, bei einem zweiten derartigen Ausschluss wird der Hund für künftige Bewerbe gesperrt. Nach Ablauf eines Jahres kann ein Antrag auf Aufhebung dieser Sperre eingebracht werden.
3. 35) Wenn ein Hund sich im Ring löst oder markiert, verwirkt sein Team den Staffellauf.
3. 36) Wenn ein oder mehrere Teammitglieder durch Zuspätkommen den geplanten Start um mehr als 5 Minuten verzögern, kann der Richter das Rennen für dieses Team für verwirkt erklären.
3. 37) Wegen gebrochener Hürden wird der Staffellauf grundsätzlich nicht unterbrochen, ausser der Richter ist der Meinung, dass eine Verletzungsgefahr für die Hunde besteht. Wird jedoch abgebrochen, so ist der Staffellauf neu zu beginnen.
4a) Jedem Hund eines Teams, einschliesslich der Reservehunde, sind zwei Vorläufe gestattet. Der Veranstalter kann jedoch auch eine bestimmte Zeitspanne für die Vorläufe festsetzen, die Teilnehmer müssen aber hiervon zeitgerecht in Kenntnis gesetzt werden.
4b) Ausser den obgenannten Vorläufen sind keine Übungsläufe zulässig. Ausserhalb des Ringes kann mit Flyball-Boxen gearbeitet werden, sofern dies nicht eine Behinderung oder Ablenkung der anderen Teilnehmer zur Folge hat.
4c) Üben im Ring während des Wettbewerbes zieht eine Verwirkung des Laufes nach sich.
5.) Ablauf und Richten des Wettbewerbes
5a) Zwei Mannschaften laufen gegeneinander um den Sieg.
5b) Jedes Rennen besteht aus höchstens drei Durchgängen. Sobald eine Mannschaft zwei Durchgänge gewonnen hat, hat sie das Rennen gewonnen.
5c) Ein Durchgang besteht aus einer Anzahl einzelner Läufe von Hunden.
5d) Es gibt einfache Ausscheidungs -, doppelte Ausscheidungs- und "round-robin" Turniere.
Es amtieren zwei Richter, von denen einer der Hauptrichter ist. Pro Bahn agiert ein Richter. Jeder Richter stellt sich auf die Aussenseite der Bahn in die Nähe des Starts, so, dass er dem anderen Richter gegenübersteht. Die Richter müssen die Zeit messen. Diese Messungen werden von ihnen (oder ihren Schreibern) in ein dafür zur Verfügung gestelltes Blatt eingetragen. Diese Mannschaftszeiten werden jedoch nur dann herangezogen, wenn nicht offensichtlich ist, welches Team gewonnen hat. (D.h. bei einem knappen Endergebnis)
Der Start wird durch einen Pfiff angezeigt und ab diesem Augenblick beginnen beide Richter die Zeitmessung. Folglich ist es für die ersten Hunde von Vorteil, möglichst nahe an der Startlinie Aufstellung zu nehmen. Mit dieser Art der Zeitmessung ist gewährleistet, dass der Hund, der als erster die Ziellinie überschreitet, auch der Sieger ist. Würde die Zeit erst ab dem Überqueren der Startlinie zu laufen beginnen, wäre dies nicht unbedingt der Fall, und in weiterer Folge für die Zuschauer verwirrend.
Die Richter erhalten farbige Fähnchen, Tafeln oder Karten (die nicht kleiner als Spielkarten sein dürfen), um anzuzeigen, wann ein Hund einen Lauf wiederholen muss.
Farben:
1. Hund Rot Hundeführer - rote Armbinde
2. Hund Blau Hundeführer - blaue Armbinde
3. Hund Gelb Hundeführer - gelbe Armbinde
4. Hund Grün Hundeführer - grüne Armbinde
Die Hundeführer tragen farbige Armbinden (siehe oben), die ihrer Startreihenfolge entsprechen. Die Mannschaften sind dafür verantwortlich, dass die richtige Farbe der Armbinde getragen wird. Die Armbinden müssen auf der zum Richter gewandten Seite getragen werden! Nach dem Lauf wird die Armbinde abgenommen und dem Helfer für die nächste Mannschaft übergeben.
Sieht der Richter eine Übertretung, so hält er das Fähnchen auf, um der Mannschaft anzuzeigen, dass ein Lauf wiederholt werden muss, und um anzuzeigen um welchen Hund es sich handelt. Es kann ohne weiters vorkommen, dass mehr als ein Hund einen Lauf wiederholen muss.
Es ist nicht nötig, Hunde, die beim Wiederholungslauf nochmals eine Übertretung begehen, erneut starten zu lassen, wenn die andere Mannschaft bereits fertig ist. Wenn nach zwei Minuten keine der beiden Mannschaften fertig ist, wird jene Mannschaft zum Sieger erklärt, von der weniger Hunde noch zu laufen haben. Die Position der Hunde in den Bahnen sollte ebenfalls berücksichtigt werden.7.) Übertretungen und Richterentscheide
7a.1 Der nächststartende Hund überquert die Startlinie bevor der vorhergehende Hund im Ziel ist : - Der zu früh gestartete Hund muss hinten anstellen und nochmals laufen.
7a.2 Die Hunde starten rennend oder aus dem Stand : - Der erste Hund startet auf das Signal des Richters. Überquert er oder sein Hundeführer die Startlinie vor dem Startsignal, so bedeutet dies einen Fehlstart, das Rennen wird erneut gestartet. Wer den dritten Fehlstart verursacht, der verliert den Durchgang.
7a.3 Der Führer überquert die Linie aus einem anderen Grund als um einen herumliegenden Ball aufzuheben oder eine umgestossene Hürde aufzustellen : - Der Hund dieses Führers muss hinten anstellen und nochmals laufen.
7b.1 Ein Hund der eigenen Mannschaft kommt frei und läuft über die eigene Bahn. Keine Strafe : - Dieser Hund muss zurückgeholt werden, ohne dass die Führer die Bahn betreten. (Die Ablenkung ist Strafe genug)
7b.2 Ein Hund kommt frei und läuft über die Bahn der Gegenmannschaft : - Die Mannschaft des freigekommenen Hundes verliert den Lauf, ausser der Richter entscheidet, dass die Gegenmannschaft nicht gestört wurde.
7b.3 Ein Hund überspringt nicht alle Hürden oder nimmt sie nicht der Reihe nach : - Der Hund muss den Lauf wiederholen.
7b.4 Ein Hund kehrt ohne Ball zurück : - Der Hund muss den Lauf wiederholen.
7b.5 Ein Hund stösst Hürden um : - Keine Strafe. Mannschaftsmitglieder dürfen auf den Parcours gehen und sie wieder aufstellen.
7b.6 Umgeworfene Hürden : - Wenn umgeworfene Hürden nicht rechtzeitig wieder aufgestellt sind gibt es, vorausgesetzt das umgeworfene Hindernis wird übersprungen, keine Strafe.
7b.7 Ein Hund löst die eigene Flyballbox aus und kommt auf der Bahn der Gegenmannschaft zurück : - Der Hund muss den Lauf wiederholen.
7b.8 Ein Hund der den Lauf wiederholen muss, darf von seinem Führer zurückgerufen werden, ohne dass er den ersten Lauf beendet.
7c.1 Der Lader leistet dem Hund körperliche Hilfe : - Die Mannschaft verliert den Durchgang.
7c.2 Der Hund nimmt den Ball aus dem Behälter bevor die Box auslöst : - Der Hund muss den Lauf wiederholen.
7c.3 Der Boxlader muss aufrecht stehen und die Hände hinter dem Rücken halten : - Leistet der Boxlader andere als mündliche Hilfe, verliert die Mannschaft den Durchgang.
7c.4 Der Ball springt zurück in den Behälter, wenn der Hund versucht ihn zu fangen : - Der Lader darf die Box erneut laden und dem Hund signalisieren, dass er das Pedal erneut drücken soll. Dies ist die einzige Situation in der er dies tun darf.
7c.5 Die Flyballbox funktioniert während des Laufes nicht : - Der Richter kann den Lauf unterbrechen und den Einsatz der Ersatzbox erlauben. Fällt auch die Ersatzbox aus, hat diese Mannschaft das Rennen verloren.
Das Gelände für einen Flyball-Bewerb soll mindestens 27 m x 9 m gross sein. Es ist jede Bodenart, auf der keine Verletzungsgefahr besteht, zugelassen. Die Bahnen müssen zwischen 3 m und 6 m seitlich voneinander entfernt sein.
Die Richter legen mit den Veranstaltern die äusseren Grenzen fest.8a) Springt der Ball über die Grenze hinaus und der Hund holt ihn: - Keine Strafe.
8b) Springt der Ball über die Grenze und der Hund holt ihn nicht : - Der Hund muss den Lauf wiederholen. Der Lader darf seinen Standort verlassen und helfen den Hund zum Führer zurückzubringen ohne jedoch das gegnerische Team zu behindern.
8c) Ein Hund oder ein Mannschaftsmitglied behindert die Gegenmannschaft während des Laufes: - Die, die Behinderung verursachende Mannschaft, verliert den Durchgang. Dies beinhaltet sämtliche Störungen in der Bahn und in der angrenzenden Zone, wo die Hunde warten bis sie an der Reihe sind.
Ein Hund, der seinem Ball bis in die Bahn der Gegenmannschaft nachrennt, behindert nicht unbedingt. Der Richter entscheidet in diesem Falle ob eine Behinderung stattgefunden hat.8d) Absichtliche Ablenkung der Gegenmannschaft : - Der Durchgang ist verloren.
8e) Lösen oder markieren eines Hundes im Ring : - Die Mannschaft verliert den Lauf.
8f) Es ist üblich die Position der Hürden und des vorderen Randes der Flyballbox zu kennzeichnen.
8g) Damit die Auslosung am Wettbewerbstag früh bekanntgegeben werden kann, wird vorgeschlagen, sie vor Beginn des Wettbewerbes vorzunehmen. Die Veranstalter können jedoch die Mitteilung anbringen, sich das Recht vorzubehalten, die Auslosung anzupassen, falls durch antretende aber unangemeldete Mannschaften zu grosse Lücken entstehen würden.
8k) Einer Mannschaft sollten fünf Minuten Zeit gewährt werden, um startbereit an der Start-Ziel-Linie zu erscheinen. Nach Ablauf dieser Frist verliert die fehlende Mannschaft das Rennen.
8i) Einer Mannschaft, deren Gegner nicht am Start erscheint, soll nach Ablauf der fünf Minuten Wartefrist nicht verweigert werden, trotzdem zu laufen. Sie soll, obwohl sie keinen Gegner hat, einen Durchgang laufen dürfen.
Für den ballbegeisterten und spielinteressierten Hund bietet sich Flyball bestens an. Die Spitzenzeiten bei grossen Wettbewerben liegen für vier Hunde unter 20 Sekunden pro Lauf. Der Tennisball, welcher in der Box steckt, muss dem Hund gezeigt werden und der so aktivierte Hund lernt sehr schnell den Mechanismus zu betätigen um zu seinem Erfolg (sprich: Ball) zu kommen. Es empfiehlt sich für die ersten Übungen einen Helfer beizuziehen der sich an der Box postiert.
9a) Zuerst soll der Hund unabhängig lernen, die Hürden zu springen, jedoch nicht nur in Richtung Box, sondern auch wieder zurück (wichtig !).
9b) Eine trichterförmige Abgrenzung von der Box zur ersten Hürde zurück hat sich bestens bewährt.
9c) Futter am Trittbrett befestigen, damit der Hund eine Kratzbewegung mit der Pfote einsetzt.
9d ) Holzstöckchen oder weichen Tennisball unter Trittbrett klemmen, um Kratzbewegung des Hundes zu erzielen.
9e) Ruhigen Hunden die Pfote leicht auf das Brett drücken.
9f) Hund am Halsband oder Leine knapp vor dem Pedal zurückhalten - hinter der Box zeigt der Helfer dem Hund den Ball und stimuliert ihn.
9g) Macht der Hund die geringste Pfotenbewegung in Richtung Pedal, sollte der Helfer sofort händisch die Box auslösen - der Ball fliegt : das ist die Bestätigung für den Hund !!!
9h) Nimmt der Hund bereits sicher den Ball von der Box an, dann stellt sich der Führer hinter die erste Hürde und beginnt mit der Flexi-Leine das Apportieren zu üben.
9i) Besonders ist die Geschwindigkeit beim Zurückkommen zu üben. Sobald der Hund die Hürden mit dem Ball richtig annimmt, läuft man für den Hund sichtbar in gerader Richtung (von der Box weg) raschest davon, bis der Hund den Führer eingeholt hat.
Um die Hürden und die Box rasch und problemlos in richtiger Entfernung aufstellen zu können, ist es ratsam, sich eine Schnur mit eingeknüpften Entfernungspunkten zu richten.
Beispiele 1 bis 3
10. c) Flyball-Box : Masse & Typ
Beispiele 1 +2 Länge x Breite x Höhe : 100 x 60 x 50 cm
Flyball ist ein Mannschaftssport mit Action! - Jeder Hundeführer, der einem der FCI unterstellten Verein angehört, kann daran teilnehmen. Flyball wirkt oberflächlich betrachtet sehr einfach, jedoch eine Anzahl von Regeln und Richtlinien widerlegen dies.
Auf Grund der Action ist Flyball ein idealer Sport für Zuschauer. Die Hunde aller Grössen und Rassen überspringen 4 Hürden, drücken das Pedal an der Flyballbox, fangen den herausgeworfenen Ball und kehren raschest den selben Weg über die 4 Hürden zurück. Die Spitzenzeiten bei internationalen Wettbewerben liegen für 4 Hunde unter 20 Sekunden pro Lauf.Wie die meisten dieser aktiven neuen Sportarten mit Hunden, entstand auch Flyball in den Slums von Amerika. Flyball erlebte in der neuen Welt einen gewaltigen Boom und verbreitete sich über ganz Amerika. Im Bestreben seinem Hund die schnellstmöglichen Bedingungen zum Gewinnen zu schaffen, bastelte man sich immer schnellere Flyballboxen. Mangels einschränkender Bestimmungen entwickelten sich diese Boxen dahingehend, dass der Ball heute nicht mehr fliegt, sondern lediglich aus einem Loch in den Fang des Hundes springt. Dies geht zwar blitzschnell, aber der Hund braucht kaum mehr Geschicklichkeit dazu und der Zuschauer sieht den Ball nur noch, wenn der Hund ihn verliert.
Viel schwerwiegender wiegt jedoch die Tatsache, dass durch diese "amerikanischen" Arten von Flyballbox (Curved- oder Dreieck-Typ genannt) die Sehnen und Gelenke der Hunde ungebührlich höheren Belastungen ausgesetzt werden. Der Hund trifft mit seinem ganzen Körpergewicht und ungebremster Geschwindigkeit gegen ein stark angewinkeltes Brett (Pedal), um sich davon bei gleichzeitiger Drehung (genannt Swimmer's turn) wieder abzudrücken. Trotz der Verwendung von Gummibelägen, die den Aufprall dämpfen sollen, ist die Belastung enorm (noch weit grösser als zB bei der A-Wand im Agility) und kann durch die vielen Wiederholungen im Training dem Hund gesundheitlichen Schaden zufügen.
Es ist nicht ganz klar, ob diese Entwicklung auch Vorschub geleistet hat, dass der Flyballsport in Amerika vermehrt indoors trainiert und veranstaltet wird. Klar ist, dass es - weil der Ball nicht mehr fliegt - weniger Platz braucht und es somit einfacher und eben bequemer ist in Hallen und auf Teppichbahnen zu trainieren und zu rennen.
Dieses vorliegende neu aufgelegte Flyball-Reglement des Österreichischen Kynologenverbandes entstand wohl in Anlehnung an die Wettkampfbestimmungen der NAFA (North American Flyball Association Inc.), wurde jedoch im ursprünglichen Sinne des Flyball als outdoor Sportart, mit fliegendem Ball, zur Förderung der Rassenvielfalt und zum Schutz der Hunde (Sehnen und Gelenke) entsprechend angepasst.
Die Bestimmung 3.12) des ÖKV-Reglementes (betr. Minimalabstand) soll den "amerikanischen" Typ von Flyballbox ausschliessen, bei welcher der Hund mit seinem ganzen Körpergewicht und voller Geschwindigkeit gegen ein Brett springt und sich davon wieder abdrückt (Swimmer's turn).
Vom ÖKV zugelassen sind nur (siehe 2.Ausnahmen) die ursprünglichen Arten von Flyballbox mit Pedal, bei denen der Ball auch wirklich fliegen kann. Diese Box-Arten belasten die Sehnen und Gelenke der Hunde weit weniger.
Da für die antretenden Mannschaften die selben Bestimmungen gelten, entstehen keine Benachteiligungen durch schnellere oder langsamere Box-Arten. Diese Bestimmung gewährleistet, dass Geschicklichkeit vor Schnelligkeit ausschlaggebend ist. Es gibt hier keine Benachteiligung zwischen verschiedenartigen Hunden. Das wiederum fördert die Rassenvielfalt und "Flyball" als Sportart im allgemeinen.
Der fliegende Ball macht den Sport erst zum spannenden Ereignis für den Zuschauer, weil jeder Hund seine ganz persönliche Fangtechnik entwickelt.
Unter dem Motto "Happy catch" soll sich der Flyball-Sport in Österreich genauso schnell verbreiten, wie in Amerika.